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02.09.2026News

OpenTalk RoomServer: saubere Architektur für skalierbare Open-Source-Videokonferenzen

OpenTalk RoomServer - Production Release

Ein Meeting läuft: Teilnehmer*innen chatten, heben die Hand, stimmen ab, zeichnen gemeinsam auf dem Whiteboard. Alles davon fließt durch den Controller – der gleichzeitig Nutzerkonten verwaltet, Aufzeichnungen und Whiteboard-Dateien speichert und im Cluster-Betrieb den Meeting-Zustand zwischen mehreren Instanzen synchronisiert. Aufgaben, die wenig miteinander zu tun haben und trotzdem lange in einem einzigen Service gebündelt waren.

Mit dem OpenTalk RoomServer ändern wir das. Dieser Artikel stellt die neue Komponente vor, die ab Release 26.2 die gesamte Meeting-Logik übernimmt – und erklärt, warum diese Trennung OpenTalk skalierbarer, robuster und einfacher zu betreiben macht.

Skalierung durch Trennung: Controller und RoomServer im Zusammenspiel

OpenTalk hat in den letzten Jahren einige Architektur-Entscheidungen getroffen. Die sichtbarste war der Wechsel von Janus zu LiveKit, das seitdem Video und Audio übernimmt. Der nächste Schnitt folgt jetzt – und er betrifft den Controller.

Bisher teilten sich mehrere Controller-Instanzen die Verantwortung für laufende Meetings – was bedeutete, dass sie sich permanent über den aktuellen Zustand abstimmen mussten: Wer ist im Raum? Wer hat gerade das Wort? Wie ist der Stand der Abstimmung? Jedes Ereignis im Meeting musste zwischen allen Instanzen abgeglichen werden, damit sie denselben Zustand haben. Das erzeugte Netzwerk-Overhead, machte den Code komplex – und brachte eine ganze Fehlerklasse mit sich, die nur existiert, weil mehrere Instanzen sich permanent einig sein müssen.

Ein Meeting, ein RoomServer – das neue Architekturprinzip

Der RoomServer macht das anders. Jedes Meeting läuft auf genau einer Instanz – der gesamte Zustand liegt an einem Ort, ohne Abgleich mit anderen Instanzen. Das vereinfacht nicht nur den Code erheblich, sondern macht das System robuster: Eine ganze Klasse von Fehlern, die nur durch verteilten Zustand entstehen kann, existiert schlicht nicht mehr.

Mehrere Meetings können dabei problemlos auf demselben RoomServer laufen. Und wer mehr Kapazität braucht, startet einfach weitere RoomServer – die Meetings verteilen sich dann über die verfügbaren Instanzen. Controller und RoomServer lassen sich dabei unabhängig voneinander skalieren: mehr Meeting-Last bedeutet mehr RoomServer, mehr Dashboard-Traffic bedeutet mehr Controller-Instanzen.

Was im RoomServer steckt: Module und ein klares Prinzip

Der RoomServer ist in Rust geschrieben und nutzt Axum als HTTP-Framework. Was ihn architektonisch interessant macht, ist sein Modul-System: Jede Funktionalität im Meeting ist ein eigenständiges Modul – Chat, Handzeichen, Abstimmungen, Whiteboard, Subroom-Audio, Aufzeichnung und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Auch Dinge, die man nicht auf den ersten Blick als „Modul“ erkennt, sind es: das Meeting-Protokoll etwa, oder der Teilnahmebericht für Schulungen. Jedes Modul kümmert sich um genau eine Aufgabe – und nur um die.

Die Kommunikation funktioniert in zwei Richtungen. Ereignisse im Meeting, etwa ein Handzeichen oder eine neue Chat-Nachricht, kommen per WebSocket beim RoomServer an und werden vom zuständigen Modul verarbeitet. Nach außen, also gegenüber dem Controller oder anderen internen Diensten, kommuniziert der RoomServer über eine REST-API. Typen und Datenstrukturen, die dabei über die Leitung gehen, sind in eigenen Paketen definiert und sauber von der Logik getrennt – das macht die Schnittstellen stabil und unabhängig voneinander entwickelbar.

Das hat einen praktischen Vorteil für Betreiber: Administrator*innen können so beispielsweise die Bildschirmfreigabe auf Moderatoren begrenzen oder bestimmte Features über die Controller-Konfiguration global deaktivieren.

Was sich mit Release 26.2 noch ändert: Kachelansicht, Reaktionen, Gastzugang und weiteres

Eine Neuentwicklung bietet auch immer die Chance, Dinge zu überdenken und zu korrigieren. Zusammen mit dem neuen RoomServer bringt OpenTalk 26.2 auch weitere Änderungen mit:

  • Kachelansicht: Die Kachelansicht wurde erweitert und zeigt nun bis zu 24 Teilnehmende gleichzeitig pro Seite. Das Layout kann zudem individueller angepasst werden. Aktive Teilnehmende werden in der Kachelansicht besser sichtbar. Wer gerade spricht oder das Video aktiviert hat, wird automatisch auf die erste Seite sortiert.
  • Emoji-Reaktionen: Teilnehmende können während eines Calls schnell Feedback geben, ohne das Gespräch zu unterbrechen. Für Moderator*innen wird so leichter erkennbar, ob Zustimmung, Rückfragen oder Stimmungsbilder im Raum sind. 
  • Gastzugang: Der Gastzugang lässt sich künftig gezielt aktivieren oder deaktivieren. Bisher waren Meetings grundsätzlich für Gäste geöffnet; mit der neuen Einstellung wird die Zugangskontrolle klarer. Zusätzlich können Meetings weiterhin per Passwort geschützt werden. Der Warteraum lässt sich wahlweise für alle Teilnehmenden oder nur für Gäste aktivieren.
  • Whiteboard: Wir haben SpaceDeck durch Excalidraw ersetzt. Excalidraw ist stabiler, schneller und intuitiver zu bedienen – eine aktive Open-Source-Community treibt die Weiterentwicklung kontinuierlich voran.
  • Audio-Ausgabegerät: Bei den Audio-Einstellungen lässt sich neben dem Eingabegerät nun auch das Ausgabegerät auswählen – etwa Lautsprecher oder Kopfhörer.
  • OpenCloud für Geteilte Ordner: Für geteilte Ordner steht künftig zusätzlich OpenCloud als Anbieter zur Verfügung.
  • Outlook-Add-in: Die Kalenderintegration wurde erweitert: Das Outlook-Add-in steht ab sofort auch SaaS-Kund*innen zur Verfügung.

→ Erfahren Sie hier mehr zum Release 26.2

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